SCHLÄFENKOPFSCHMERZ
Schmerz im Bereich der
Schläfen (Temporalbereich,
Schläfenregion)
16 Kopfschmerz
------16.1 Stirnkopfschmerz
------16.2 Schläfenkopfschmerz
------16.3 Hinterkopfschmerz
Als
Schläfen oder Temporalbereich
(Schläfenregion)
bezeichnet man die seitlichen
Kopf
partien zwischen
Stirn
und
Ohr.
Ein akuter (= plötzlich und heftig einsetzender) Schläfenkopfschmerz tritt hauptsächlich im Rahmen von Verletzungen auf, so z.B. bei einer Fraktur (= Knochenbruch) des Schläfen- oder Joch bein s.
Im Folgenden werden Krankheiten aufgeführt, bei denen das Symptom (=Krankheitszeichen) Schläfenkopfschmerz (mit) im Vordergrund steht.
Diese
Schmerzkrankheit
wird auch als
Auriculotemporalis-Neuralgie
oder Frey-Syndrom
bezeichnet.
Das Schmerzbild ist charakterisiert durch einen anfallsartig
auftretenden brennenden
Schmerz prä- und periaurikulär
(= vor und um das
Ohr herum)
und vor allem
in der
Schläfenregion bzw. Temporalbereich. Der Patient verspürt im
betroffenen Bereich ein Wärme- oder Spannungsgefühl.
Diagnostisch richtungsweisend sind Hautrötung und Hyperhidrose
(=
vermehrtes Schwitzen)
im Oh
r / Schläfen
bereich, ausgelöst durch
örtliche Reizung des Nervs sowie durch bestimmte Speisen (sog. Geschmacksschwi
tzen).
Hier gelangen Sie
zu einer Datei, in der dieser
Schläfenkopfschmerz
einschließlich der Behandlungsmöglichkeiten ausführlich beschrieben
werden.
Neuropathie des N. auriculotemporalis
Im Gegensatz zum auri kulotemporalen
Synd
rom besteht eher ein
anhaltender Schläfenkopfschmerz,
auch liegen in der Regel keine oder nur gering ausgeprägte
vegetative Begleiterscheinungen (vermehrtes, örtliches Schwitzen
oder Hautrötung) vor.
Medikamentös können schmerzdistanzierende
Antidepressiva in Kombination mit Schmerzmittel versucht werden.
Zur
Schmerztherapie eignen sich im Rahmen der therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika)
besonders wiederholte
Nervenblockaden des N. mandibularis durch die Incisura
mandibulae
(= Einbuchtung des
Unterkiefer
s nahe am
Kiefergelenk) hindurch in
der Fossa pterygopalatina
(= Flügelgaumengrube, zwischen dem Flügelfortsatz des Keilbeins hinten
und der senkrechten Platte des Gaumenbeins gelegen)
sowie flächenhafte Infiltrationen im Ausbreitungsgebiet (Sch
läfe und ums Oh
r herum).
In hartnäckigen Fällen sind
Stellatumblockade
n
(= Blockaden,
Betäubungen einer vegetativen Schaltstelle im seitlichen
Halsbereich) mit einem
lang wirkenden
Lokalanästhetikum
(=
örtliches Betäubungsmittel) zu empfehlen, optimal
kontinuierlich mit Katheter.
Arteriitis temporalis (Arteriitis granulomatosa (= En tzündung der Schläfenschlagader))
Ursache ist die
Riesenzellarteriitis
(= En
tzündung
einzelner bis aller Schichten der Schlagaderwand),
die vorwiegend neben der A. temporal
is
(= Schlagader an
den Schlä
fen)
auch die A. carotis externa
(= äußere Halsschlagader)
und die A. centralis retinae
(= Schlagader im Auge)
befallen kann. Der anhaltend bohrende, in seiner Intensität
wechselnde Schläfenkopfschmerz
tritt meist im Rahmen eines
allgemeinen Krankheitsgefühls auf. Häufig bestehen auch
Muskelschmerzen und
Gelenkschmerzen.
Bei Befall der Kaumuskulatur tritt die typische Claud
icatio masticatoria (= Kaumuskelschwäche)
auf. Die Blutsenkung ist regelmäßig stark erhöht.
Schon der Verdacht auf eine Arterii
tis temporal
is zwingt wegen der Gefahr
der Erblindung (Befall der A. centralis retinae) zur sofortigen
Kortisonbehandlung. Der Nachweis der Krankheit erfolgt histologisch
(= durch Gewebeuntersuchungen).
Nicht selten kommt es vor, daß
sich die
Schmerzanfälle auf eine
Schläfen seite
(Temporalbereich) konzentrieren und dann wie ein Schläfenkopfschmerz imponieren.
Hier gelangen Sie zu einer Datei, in der die
Migräne
einschließlich der Behandlungsmöglichkeiten ausführlich beschrieben
wird.
Diese
Kopfschmerz
-Art
Mehr über diesen
Schmerz
erfahren Sie
hier.
Synonyme
(= weitere Bezeichnungen)
für diese eigenständige, von der
Migräne
und der
Trigeminusneuralgie abzugrenzende
Kopfschmerz
art sind:
Erythroprosopalgie,
Bing-Horton Kopfschmerz,
zil
iare
Neuralgie und
N. pe
trosus- Neuralg
ie.
Die Krankheitsursache ist unbekannt.
Hauptsymptom
(= vorherrschendes
Krankheitszeichen) des
Cluster-Kopfschmerz
es ist der streng einseitig, in aller Regel periorbital
(= um das Auge
herum) oder
frontotemporal
(= Stir
n-/Schlä
fenbereich
betreffend) in Attacken
und vorwiegend nachts auftretende
Schmerz
von unerträglicher Intensität und einer durchschnittlichen Dauer bis
zu wenigen Stunden. Überwiegend wird der Schmerzcharakter mit
bohrend oder brennend angegeben. Typischerweise, jedoch nicht
zwingend, kommt es zu Tränenfluß und Rötung des schmerzseitigen
Auges, evtl. begleitet von Engstellung der Pupille und Verengung der
Lidspalte (partielles Horner-Syndrom) sowie Nasenträufeln als
Begleiterscheinungen.Nicht selten dominiert bei dieser Krankheit
ein Schläfenkopfschmerz.
Mehr über diesen Schläfen
kopfschmerz einschl. Behandlungsmöglichkeiten
erfahren Sie
hier.
Costen-Syndrom (kraniomandibuläre Dysfunktion)
Patienten mit
einem
Costen-Syndrom
verspüren hauptsächlich einen Schmerz im Schläfen
bereich und am
seitlichen
Oberkiefer.
Öfters strahlen die Schmerz en auf der selben Seite auch ins
Oh
r, zur
Stirn
und / oder in die Augenhöhle aus.
Beim
Costen Syndrom
liegt eine Fehlfunktion des
Kiefergelenk
es vor, wofür verschiedene Ursachen in Frage kommen können: schlecht
sitzende Prothese, das Fehlen der hinteren Mahlzähne oder eine
Bißanomalie. Die Fehlfunktion führt schließlich zu einer
Arthrose des
Kiefer
gelenk
s. Häufig kauen die Patienten nur einseitig.
Besteht ein chronischer Schläfenkopfschmerz längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Schmerzbehandlung kaum mehr ausreichend, sondern es muss im Rahmen von psychologisch /psychotherapeutische Interventionen auch eine spezielle Schmerzpsychotherapie erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung absolviert haben.
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